

Schule ist das Beste, was es gibt!
Ahmed und Ali haben einiges gemeinsam. Beide sind 18 Jahre alt. Beide sind mit ihren Familien aus dem Irak nach Syrien geflohen, aus Angst vor Entführung. Ahmed wurde sogar entführt; glücklicherweise konnte die Familie das Lösegeld rechtzeitig zahlen. Drohungen, Entführungen, ermordete Angehörige, Lebensangst—in vielen irakischen Familien gehört das zum Alltag. Oft bleibt nur noch die Flucht ins Ausland.
Aber Ahmed und Ali haben noch mehr gemeinsam. Beide sind Schüler im Acts of God Programm in Damaskus. Und sie sind sich einig: Schule ist das Beste, was es gibt. Die Jungs in ihrer Klasse müssen bereits Geld verdienen; in ihrer freien Zeit kommen sie zum Unterricht. Leider nehmen die meisten von ihnen Drogen. Als Nancy Samara, Direktorin der Schule und Leiterin von Helping Hands' örtlichem Partner in Syrien, das erfuhr, wollte sie die Klasse schließen. “Die Schule macht ja doch keinen Unterschied im Leben dieser Jugendlichen!”, dachte sie. Doch da hatte sie sich geirrt. “Die Jungs haben mir erzählt, wie wichtig Acts of God ihnen ist”, berichtet Samara aus Damaskus. “Diese drei Stunden am Tag seien das Wertvollste in ihrem Leben, die einzige Zeit, in der sie fühlen, dass sie wirklich am Leben sind. Sie sind lieber in der Schule als zuhause; hier können sie sich erholen und auftanken; hier finden sie Ruhe im Chaos ihres Lebens.”
140 irakische Flüchtlingskinder im Alter von 4 bis 19 Jahren besuchen derzeit das Acts of God Programm in Damaskus. Die meisten haben Grauenvolles durchlebt; ihre Familien sind zerrüttet; viele haben keinen Vater mehr. Vier Nachmittage pro Woche erhalten sie im Acts of God Programm einen nahrhaften Snack und besuchen klassenweise Unterricht in verschiedenen Fächern. Die Lehrer gehen individuell auf die Kinder ein, begegnen ihnen mit Liebe und Verständnis und versuchen gemeinsam Trauma zu verarbeiten; viele der Lehrer sind selbst aus dem Irak geflohen. Ängste ansprechen, gemeinsam Hoffnung wecken—das ist besonders wichtig, seit auch Syrien von Terror und Gewalt heimgesucht wird. Ende Januar erreichten die Kämpfe die Hauptstadt. “Unter den Schülern herrscht eine Menge Angst und Enttäuschung”, erklärt Samara. “Diese Kinder sind mit ihren Familien ins 'sichere Damaskus' geflohen und nun ist Damaskus auch nicht mehr sicher. Sie haben hier mehr Freiheit als im Irak, aber trotzdem droht der Tod an jeder Straßenecke. Die Lehrer nehmen sich viel Zeit, den Kindern zuzuhören und ihnen zu helfen, das zu verarbeiten, was um sie herum geschieht.”
Und die Zeit, die die Lehrer in diese Kinder investieren, zahlt sich aus. Immer wieder kommt es vor, dass ein Lehrer plötzlich einen Anruf erhält, mal aus Australien, mal aus Kanada, Schweden oder den USA, wo irakische Flüchtlinge ein festes Zuhause finden. “Hallo, hier spricht deine Tochter!”, rief eine ehemalige Schülerin ins Telefon und erzählte der erstaunten Lehrerin, wie wichtig ihr Acts of God gewesen war, dass sie nie vergessen wird, was sie dort gelernt hat, dass sie sich an jedes Wort der Ermutigung erinnert, das ihr geschenkt wurde. Und sie ist kein Einzelfall.
Natürlich fühlen die Lehrer und Leiter sich dadurch auch ermutigt. Und das geschieht auch in anderer Form, oft ganz unerwartet. Am Heiligen Abend sammelten mehrere Gemeinden der Kirche des Nazareners in Deutschland ein "Weihnachtsopfer" für Acts of God. Insgesamt 3.400 Euro konnte Helping Hands nach Syrien überweisen. Postwendend kam die begeisterte Antwort: “Seit drei Monaten haben wir uns vorgenommen, jedem Kind im Programm eine Decke zu schenken, groß und warm genug, dass sie an kalten Tagen wirklich Wärme schenkt. Aber in den drei Monaten kam keine einzige Spende. Bis jetzt! Das ist eine riesige Ermutigung!” Die großzügige Spende reicht für alle Decken sowie für die laufenden Kosten des Programms für einige Monate.
Ahmed und Ali haben einiges gemeinsam. Sie möchten lernen, um sich weiterzubilden. Sie träumen von einer Zukunft ohne Gewalt, ohne Angst und ohne Armut. Und Sie träumen nicht nur: Sie haben Hoffnung. Schule ist das Beste, was es gibt! Aber es ist nur ein Anfang—der Anfang eines neuen Lebens.
Möchten Sie dazu beitragen, dass noch mehr irakische Flüchtlingskinder im "Acts of God" Programm neue Perspektiven entdecken? Dann klicken Sie hier, um eine Patenschaft zu beantragen (bitte Land "Syrien—Acts of God" angeben).
In den syrischen Sommerferien bekommen die irakischen Kinder eine Woche schulfrei und fahren zusammen auf ein Camp—für viele ist das der Höhepunkt des Jahres. Die Kosten betragen 37 Euro pro Kind. Möchten Sie das Camp unterstützen und den Kindern eine Woche Spaß und ausgelassene Kindheit schenken? Dann klicken Sie bitte hier und geben beim "bestimmten Projekt" die Referenznummer "604001" ein oder überweisen Sie einen Betrag an Helping Hands e.V. mit dem Vermerk "Acts of God Sommercamp". Falls Sie das Programm allgemein unterstützen möchten, geben Sie bitte die Referenznummer "604003" an oder den Vermerk "Acts of God".
© 2012 Helping Hands e.V. Bitte diese Geschichte (auch nicht auszugsweise) nicht ohne schriftliche Genehmigung weiterverwenden. Namen wurden aus Sicherheitsgründen geändert.
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Lesen Sie hier einen früheren Bericht über das Acts of God Programm in Damaskus.